Von der Korkeiche in die Flasche

„Plopp!“ Mit dem angenehmen Klang, der das Öffnen der Weinflasche begleitet, kommt auch die Vorfreude: Einem köstlichen und vollmundigen Weingenuss steht nun nichts mehr im Wege. Wesentlichen Anteil hieran hat ein optimaler Flaschenverschluss – der Naturkorken.

LupeDie Korkernte in den portugiesischen Korkeichenwäldern (port. Montado) findet jedes Jahr im Frühsommer statt. (Foto: © APCOR)
LupeBevor die Verarbeitung beginnt, muss der Rohstoff mindestens sechs Monate im Freien lagern. (Foto: © APCOR)
LupeDer Kork wird bei rund 100 Grad Celsius gekocht, damit er gereinigt und elastisch wird. (Foto: © APCOR)
LupeNur aus den besten Korkrinden werden hochwertige Flaschenkorken aus einem Stück gestanzt. (Foto: © APCOR)
LupeDas manuelle Sortieren gewährleistet, dass nur die qualitativ besten Korken als Flaschenverschluss verwendet werden. (Foto: © APCOR)
LupeDurch einen korkschonenden Aufdruck erhält jeder Flaschenverschluss abschließend sein eigenes Aussehen. (Foto: © APCOR)

Naturkorken nur aus bestem Material

Rund 75 Prozent dieses einzigartigen Rohstoffes werden heute zu Flaschenkorken verarbeitet. Das sind jährlich etwa zehn Milliarden Korkverschlüsse. Den Weg des Naturkorks aus dem Korkeichenwald Portugals, dem „Montado“, in die Flasche kennzeichnen Nachhaltigkeit und Qualität. Dies beginnt bereits bei der Korkernte: Die erste Schälung einer Korkeiche erfolgt erst, wenn der Baum ein Alter von 25 Jahren erreicht hat. Und selbst dann wird die Rinde noch lange nicht zur Herstellung von Naturkorken verwendet. Dies geschieht erst ab der dritten Schälung. Zu diesem Zeitpunkt ist der Baum bereits etwa 40 Jahre alt, da die Rinde einer Korkeiche nur alle neun Jahre geerntet wird. (Link: Lebensraum Korkeichenwald) Nur aus den besten Korkrinden werden hochwertige Flaschenkorken aus einem Stück gestanzt. Die Korkrinde muss eine gleichmäßige Struktur und eine Dicke von mindestens vier bis fünf Zentimetern haben, damit später ein Naturkorken von 2,4 cm Durchmesser ausgestanzt werden kann.

Qualität in jedem Arbeitsschritt

Auf dem Weg zum traditionsreichsten und am besten erforschten Flaschenverschluss ist Zeit ein wichtiger Faktor. Mindestens sechs Monate muss die Korkrinde vor dem Kochvorgang bei guter Durchlüftung und ohne direkten Bodenkontakt im Freien lagern. Im Anschluss wird der Kork in großen Edelstahlbehältern etwa eine Stunde bei rund 100 Grad Celsius gekocht. Dieser Vorgang entzieht ihm unerwünschte Substanzen. Gleichzeitig gewinnt er an Volumen und Elastizität. Wichtig: Das Waschwasser muss von einwandfreier Qualität sein und wird häufig gewechselt. Nach dem Kochvorgang muss die Korkrinde abkühlen und trocknen. Danach wird sie in Streifen geschnitten. Es folgen das Ausstanzen der Naturkorken und ein weiterer Waschgang zur Desinfektion. Anschließend trocknen die Rohkorken und werden nach sechs verschiedenen Qualitäten sortiert. Auf Wunsch werden sie mit dem Namen des Winzers und einem Code zum Rückverfolgen bedruckt. Damit die Rohkorken gut in Flasche hinein- und wieder herausgehen, werden sie in einem letzten Produktionsschritt mit einem Gleitmittel versehen.

Die Kunst des Verkorkens

Weinsteril und hygienisch verpackt machen sich die Korken dann auf den Weg zum Weinabfüller. Mit Hilfe eines Vierbackenschlosses wird jeder Korken von einem Durchmesser von 24 mm auf 16 mm zusammengedrückt. So lässt er sich ohne Beschädigungen in den engen Flaschenhals stoßen. Durch seine luftgefüllten Zellen nimmt der Kork bei dieser starken Komprimierung keinerlei Schaden. Einmal in der Flasche sorgt der Druck in den Zellen dafür, dass sich der Kork augenblicklich ausdehnt und sich an der Innenwand des Flaschenhalses anlegt. Sicher verschlossen gelangen die Weinflaschen so in den Handel und zum Verbraucher.

Links

Naturkorken und Wein
Portugiesischer Korkverband APCOR (EN)
Deutscher Kork-Verband e.V.