Lebensraum Korkeichenwald
Elastisch, wasserundurchlässig und geschmacksneutral – dies sind nur einige Eigenschaften, die den Rohstoff Kork einzigartig machen. Aber nicht nur Kork selbst ist einzigartig, sondern auch der Lebensraum, aus dem er stammt: der Korkeichenwald.
Jahrhundertealte Tradition
Immergrün präsentiert sich die Korkeiche über das gesamte Jahr. Der knorrige Baum erreicht bei einem Stammdurchmesser von bis zu einem Meter eine Höhe von etwa zehn bis zwölf Metern. Die Bäume bilden Wälder, die in den Ländern rund um das westliche Mittelmeer, speziell in Spanien, Portugal, Algerien und Marokko, zu finden sind. Von den 2,3 Mio. Hektar Korkeichenwald wachsen rund 32 Prozent in Portugal. Dort wird er „Montado“ genannt. Eine Korkeiche kann ein Alter von rund 250 bis 350 Jahren erreichen. 150 Jahre davon kann ihre Rinde, also der Kork abgeschält werden. Nach jeder Ernte dauert es neun bis elf Jahre, bis die Rinde nachgewachsen ist. Jedes Jahr liefern die Wälder so weltweit 300.000 Tonnen Kork, davon stammen allein 52,5 Prozent aus Portugal. (Link: Von der Korkeiche in die Flasche)
Ernte im Einklang mit der Natur
Die Ernte erfolgt im Einklang mit den natürlichen Gegebenheiten. Durch die nachhaltige Bewirtschaftung wird so ein einmaliger Naturraum erhalten. Die Bäume wachsen meistens zwischen Buschwerk und auf Weideflächen. Von den im Mittelmeerraum existierenden 15.000 bis 25.000 verschiedenen Pflanzenarten kommen mehr als die Hälfte nur in Korkeichenwäldern vor. Die Vegetation der Korkeichenwälder beugt vor allem durch ihr Wurzelwerk der Erosion vor, speziell in Hang- und Steillagen. Durch das bessere Versickern des Regenwassers und den vermiedenen Bodenabtrag begünstigen die Korkeichenwälder die Regulierung des Wasserkreislaufes. Dies ist besonders im wasserarmen mediterranen Lebensraum sehr wichtig. Der Erhalt der Wälder spielt somit auch im Kampf gegen die Versteppung eine bedeutende Rolle.
Erhalt der einzigartigen Tierwelt
Neben der großen pflanzlichen Vielfalt bietet der Korkeichenwald auch Flucht-, Nist- und Nahrungsplatz für eine Reihe einmaliger sowie geschützter Tierarten: Die weltweit am stärksten bedrohte Tierart, der Iberische Luchs, findet hier seinen bevorzugten Lebensraum. Der Kaiseradler (Aquila adalberti), eine ebenfalls vom Aussterben bedrohte Raubvogelart, brütet in der Korkeiche und jagt in den offenen Flächen zwischen den Bäumen. Auch die Wildkatze (Felis sylvestris), der Schlangen- (Circaettus gallicus), der Zwerg- (Hierattus pennatus) oder der Habichtsadler (Hierattus fasciatus) sind hier anzutreffen.
Links
Broschüre „Von der Korkeiche zum Kork. Ein nachhaltiges System“
Weiterlesen: Zu 100 Prozent recycelbar: Naturkork








